Alpaka-Bettdecke: Vorteile, Nachteile und worauf es beim Kauf ankommt

Kurz gesagt: Eine Bettdecke mit Alpakafüllung ist leicht, gleicht Wärme und Feuchtigkeit gut aus und enthält kaum Wollfett. Dafür kostet sie mehr als die meisten anderen Decken und braucht etwas Pflege mit Gefühl. Achten Sie beim Kauf vor allem darauf, ob die Füllung ganz aus Alpaka besteht, wie viel Gramm drinstecken und woher das Vlies kommt.

Seit wir am Hof Alpakas halten, greifen wir ihr Vlies jedes Jahr nach der Schur an. Es ist weich, leicht und erstaunlich warm. Genau das wollten wir in eine Bettdecke bringen. Damit Sie entscheiden können, ob eine Alpaka-Bettdecke zu Ihnen passt, haben wir hier zusammengeschrieben, was für sie spricht und was dagegen.

Was für eine Alpaka-Bettdecke spricht

Sie ist leicht. Alpakavlies bauscht sich gut auf und hält viel Luft. Eine Decke wärmt deshalb schon mit vergleichsweise wenig Füllung. Viele Menschen mögen das: Man liegt warm und fühlt sich trotzdem nicht zugedeckt wie unter einem schweren Tuchent.

Sie gleicht aus. Wie andere Naturfasern nimmt Alpaka Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder an die Luft ab. Unter der Decke bleibt es dadurch trockener. Ist es kühl, hält die Luft im Vlies die Wärme. Wird es warm, staut sie sich weniger als unter einer Kunstfaserdecke.

Sie enthält kaum Wollfett. Schafwolle enthält Lanolin, ein natürliches Wollfett. Alpakavlies hat davon nur sehr wenig. Die Decke riecht deshalb kaum nach Wolle und fühlt sich trocken und glatt an.

Sie braucht wenig Pflege. Im Alltag reicht es, die Decke regelmäßig auszuschütteln und an die frische Luft zu hängen. Waschen ist im Normalfall nicht nötig. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zur Pflege.

Sie hält lange. Eine gut verarbeitete Decke aus Naturfaser begleitet Sie viele Jahre, wenn Sie sie richtig lüften und schonend behandeln.

Was dagegen spricht

Eine ehrliche Antwort gehört auch dazu.

Der Preis. Alpakavlies ist ein seltener Rohstoff. Ein Tier gibt bei der Schur nur wenige Kilo, und nicht alles davon eignet sich als Füllung. Dazu kommt viel Handarbeit. Eine Decke mit reiner Alpakafüllung kostet deshalb deutlich mehr als eine Daunen- oder Kunstfaserdecke. Bei uns beginnen die Decken bei rund 400 Euro.

Die Pflege braucht Gefühl. Heiß waschen, schleudern oder in den Trockner geben verträgt Alpakavlies nicht. Wer seine Decke regelmäßig bei 60 Grad waschen möchte, ist mit einer Kunstfaserdecke besser bedient.

Es gibt kaum unabhängige Tests. Für Alpaka-Bettdecken findet man im Internet vor allem Vergleichsportale und Händlerseiten. Wirklich unabhängige Prüfungen sind selten. Umso wichtiger ist es, die Angaben des Herstellers genau zu lesen.

Sie ist ein Tierprodukt. Für Menschen, die ganz auf tierische Fasern verzichten möchten, ist eine Alpaka-Bettdecke nicht das Richtige.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Die Füllung: ganz oder gemischt?

„Alpaka-Bettdecke“ heißt nicht immer, dass nur Alpaka drinsteckt. Manche Decken haben eine Mischfüllung, etwa mit Schafwolle oder Kunstfaser. Das ist nicht verboten, aber Sie sollten es wissen. Schauen Sie auf die genaue Angabe zur Füllung, also wie viel Prozent Alpaka enthalten sind. Warum eine reine Alpakafüllung so aufwendig ist, erklären wir in unserem Artikel Füllung aus 100 % Alpakavlies.

Das Füllgewicht

Die Grammzahl sagt Ihnen, wie warm die Decke ist. Bei unseren Decken in 140 × 200 cm sind es 500 g für die leichte, 1.000 g für die mittlere und 1.300 g für die schwere Ausführung. Welche Stärke zu Ihnen passt, hängt von Ihrem Wärmeempfinden und Ihrem Schlafzimmer ab. Eine Orientierung gibt unser Artikel zu Bettdecken für Sommer und Winter.

Mono oder Duo

Eine Mono-Decke hat eine Lage Vlies. Sie ist leicht und schmiegt sich gut an. Eine Duo-Decke ist zweilagig gearbeitet und bauschiger. Beide gibt es bei uns in drei Stärken, also leicht, mittel und schwer.

Der Bezug

Der Stoff um die Füllung liegt direkt an Ihnen. Er soll dicht genug sein, dass keine Fasern durchwandern, und trotzdem Luft durchlassen. Unsere Decken haben einen Bezug aus Bio-Baumwoll-Batist mit GOTS-Zertifikat.

Die Steppung

Ohne Steppung wandert die Füllung mit der Zeit zur Seite, und es entstehen dünne Stellen. Achten Sie darauf, dass die Decke so gesteppt ist, dass das Vlies an seinem Platz bleibt.

Die Herkunft

Fragen Sie nach, woher das Vlies kommt und wo die Decke gefertigt wird. Ein seriöser Hersteller kann Ihnen das sagen. Unsere Decken entstehen in Handarbeit, mit Partnerbetrieben in Österreich und Deutschland.

Probieren geht über Studieren

Eine Decke sollte man angreifen, bevor man sie kauft. Wenn Sie in der Nähe sind, kommen Sie in unseren Hofladen in St. Stefan ob Leoben. Dort können Sie die Decken in die Hand nehmen, das Gewicht spüren und die Stärken vergleichen. Online finden Sie unsere Mono-Steppdecken und Duo-Decken im Shop.

Häufige Fragen

Ist eine Alpaka-Bettdecke warm genug für den Winter?

Ja, wenn das Füllgewicht passt. Für kalte Schlafzimmer oder Menschen, die leicht frieren, ist eine schwere Ausführung die richtige Wahl. Bei uns hat sie 1.300 g Alpakavlies in 140 × 200 cm.

Warum ist eine Alpaka-Bettdecke so teuer?

Alpakavlies ist ein seltener Rohstoff, ein Tier gibt nur wenige Kilo im Jahr, und die Verarbeitung ist zum großen Teil Handarbeit. Eine reine Alpakafüllung ist außerdem aufwendiger als eine Mischung mit anderen Fasern.

Kann man eine Alpaka-Bettdecke waschen?

Im Normalfall ist das nicht nötig. Lüften im Freien reicht. Wenn doch einmal gewaschen werden muss, dann nur im Woll- oder Handwaschprogramm bei höchstens 30 Grad, ohne Schleudern und ohne Trockner.

Riecht eine Alpaka-Bettdecke nach Wolle?

Kaum. Alpakavlies enthält nur sehr wenig Wollfett (Lanolin), das bei Schafwolle für den typischen Geruch sorgt.

Woran erkenne ich, ob die Füllung wirklich aus Alpaka ist?

An der genauen Angabe zur Füllung. Seriöse Hersteller nennen den Anteil in Prozent und das Füllgewicht in Gramm. Steht nur „mit Alpaka“, ist meist eine Mischung gemeint.

Weitere Fragen aus unserem Ratgeber