Alpakawolle: Was die Faser besonders macht

Kurz gesagt: Alpakawolle ist die Faser aus dem Vlies der Alpakas, einer Kamelart aus den Anden. Sie ist leicht, wärmt gut, enthält kaum Wollfett (Lanolin) und hat eine glattere Oberfläche als die meisten Schafwollen. Darum fühlt sie sich weich an und riecht kaum nach Wolle. Als Füllung in Bettwaren gleicht sie Wärme und Feuchtigkeit gut aus.

Wer ein Alpaka zum ersten Mal angreift, ist meist überrascht. Das Vlies ist dicht, weich und fühlt sich fast kühl an. Erst wenn man die Hand eine Weile darin lässt, merkt man, wie warm es ist. Woran das liegt, erklären wir hier.

Woher die Faser kommt

Alpakas stammen aus den Hochanden in Peru, Bolivien und Chile. Dort leben sie auf über 3.000 Metern, wo es tagsüber warm und nachts eisig kalt ist. Ihr Vlies hat sich an diese Schwankungen angepasst. Heute werden Alpakas auf der ganzen Welt gehalten, auch in Österreich. Unsere Alpakas leben am Hof in St. Stefan ob Leoben in der Steiermark.

Es gibt zwei Rassen: Huacaya mit dichtem, gekräuseltem Vlies, das an einen Teddybären erinnert, und Suri mit langen, glatt fallenden Locken. Die meisten Alpakas in Europa sind Huacaya.

Einmal im Jahr, meist im Frühsommer, werden die Tiere geschoren. Das geschorene Fell eines Tieres nennt man Vlies. Aus ihm werden die Fasern gewonnen, die wir als Alpakawolle kennen. Wenn wir von „Alpakavlies“ in unseren Decken sprechen, meinen wir die gereinigte, aufbereitete Faser, die als lockere Schicht in die Decke kommt.

Was die Faser kann

Sie ist leicht und wärmt

Viele Alpakafasern haben im Inneren einen teilweise hohlen Kern, den sogenannten Markkanal. Darin und zwischen den gekräuselten Fasern sammelt sich Luft. Ruhende Luft hält Wärme gut. Darum wärmt Alpakavlies schon mit vergleichsweise wenig Gewicht.

Sie gleicht Feuchtigkeit aus

Wie andere Naturfasern nimmt Alpaka Feuchtigkeit aus der Luft und von der Haut auf und gibt sie wieder ab. Unter einer Decke mit Alpakafüllung bleibt es dadurch trocken. Das ist der Grund, warum sich Alpaka in einer größeren Spanne von Temperaturen angenehm anfühlt.

Sie enthält kaum Wollfett

Schafwolle enthält viel Lanolin, ein natürliches Wollfett. Es macht die Faser geschmeidig, sorgt aber für den typischen Wollgeruch. Alpakavlies enthält davon nur sehr wenig. Es riecht deshalb kaum, fühlt sich trocken an und lässt sich ohne scharfe Mittel reinigen.

Sie ist glatt

Jede Tierfaser ist von feinen Schuppen umgeben. Bei Alpaka liegen diese Schuppen flacher an als bei den meisten Schafwollen. Die Faser fühlt sich deshalb glatter und seidiger an.

Sie kommt in vielen Naturfarben

Alpakas gibt es in rund zwanzig Naturtönen, von Weiß über Beige und Braun bis Grau und Schwarz. Für Bettwaren spielt die Farbe kaum eine Rolle, weil das Vlies im Bezug steckt. Sie zeigt aber, wie vielfältig die Tiere einer Herde sein können.

Kratzt Alpakawolle?

Ob eine Faser kratzt, hängt vor allem von ihrer Dicke ab. Sehr feine Fasern biegen sich weg, wenn sie die Haut berühren. Dicke Fasern stechen. Feines Alpaka kratzt kaum, auch wegen der glatten Oberfläche. Gröbere Alpakafasern können aber ebenfalls kratzen. Bei einer Bettdecke spüren Sie davon nichts, weil das Vlies in einem Bezug aus Baumwolle steckt.

Alpaka, Merino oder Schafwolle?

Alpaka Merinowolle Schafwolle (grober)
Gefühl glatt, seidig sehr fein, weich griffig, kann kratzen
Wollfett (Lanolin) sehr wenig viel viel
Wärme im Verhältnis zum Gewicht hoch hoch mittel
Geruch kaum leicht deutlich

Merino ist eine besonders feine Schafwolle und wird vor allem für Kleidung verwendet. Alpaka ist mit Merino gut vergleichbar, enthält aber kaum Wollfett und gilt als wärmer im Verhältnis zum Gewicht. Für eine Bettdecke zählt neben der Faser vor allem, wie sie verarbeitet ist. Mehr dazu im Artikel Bettdecken-Füllungen im Vergleich.

Was das für eine Bettdecke bedeutet

Eine Füllung aus Alpakavlies ist leicht, wärmt und bleibt trocken. Sie riecht nicht nach Wolle und braucht wenig Pflege: Lüften im Freien reicht im Normalfall. Die Kehrseite ist der Preis, denn Alpakavlies ist selten und aufwendig zu verarbeiten.

Bei Alpadoro besteht die Füllung unserer Decken und Unterbetten aus reinem Alpakavlies. Auch in unseren Kissen steckt Alpakavlies, beim Kissen „Luxery“ als Hülle um einen Kern aus Naturkautschuk. Wie das Vlies vom Tier in die Decke kommt, erzählen wir im Artikel Vom Alpaka zur Bettdecke. Und warum eine reine Alpakafüllung so selten ist, lesen Sie im Artikel Füllung aus 100 % Alpakavlies.

Häufige Fragen

Was ist Alpakawolle?

Die Faser aus dem Vlies der Alpakas, einer Kamelart aus den Anden. Sie ist leicht, warm, glatt und enthält kaum Wollfett.

Wie warm ist Alpakawolle?

Sehr warm im Verhältnis zu ihrem Gewicht. Viele Fasern haben einen teilweise hohlen Kern, in dem sich Luft sammelt. Wie warm eine Decke ist, hängt aber vor allem von der Füllmenge ab.

Kratzt Alpakawolle?

Feine Alpakawolle kratzt kaum, weil die Faser dünn und glatt ist. Gröbere Fasern können kratzen. In einer Bettdecke steckt das Vlies in einem Baumwollbezug, dort spüren Sie die Faser nicht direkt.

Enthält Alpakawolle Lanolin?

Nur sehr wenig. Schafwolle enthält deutlich mehr von diesem natürlichen Wollfett. Darum riecht Alpaka kaum nach Wolle.

Ist Alpakawolle für Allergiker geeignet?

Das können wir nicht pauschal versprechen. Sicher ist: Alpakavlies enthält kaum Lanolin. Wenn Sie eine bekannte Allergie haben, besprechen Sie das bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was ist besser, Merinowolle oder Alpakawolle?

Beide sind sehr feine Fasern. Merino enthält viel Lanolin und ist vor allem bei Kleidung verbreitet. Alpaka enthält kaum Wollfett, riecht kaum und gilt als wärmer im Verhältnis zum Gewicht.

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